Warum 5 Jahre der perfekte Zeitraum sind
Viele denken: "Je schneller, desto besser." Aber 5 Jahre sind aus mehreren Gründen ideal:
- Realistisch: Mit normalem Gehalt erreichst du in 5 Jahren genug für die Kaufnebenkosten
- Motivierend: Das Ziel ist greifbar – nicht "irgendwann", sondern ein konkretes Datum
- Flexibel: Du hast Zeit, Rückschläge auszugleichen (Jobverlust, unerwartete Ausgaben)
- Zinseszins: Ab Jahr 3 merkst du, wie dein Geld für dich arbeitet
Ich habe 10 Jahre gebraucht – nicht 5. Warum? Weil ich am Anfang keinen Plan hatte. Ich habe "irgendwie" gespart, mal mehr, mal weniger. Erst als ich einen konkreten 5-Jahres-Plan aufstellte, ging es richtig voran.
Meine erste Immobilie habe ich mit Anfang 30 gekauft – schwanger mit meinem Sohn, meine Tochter schon an der Hand. Alleine übrigens. Ich bin alleinige Eigentümerin.
Alle sagten mir: "Das geht nicht. Man kann nicht schwanger alleine Vermieterin werden."
Doch. Geht. 😊
Ich bin Arbeiterkind. Meine Eltern hatten nie Eigentum. Kein Erbe, keine Schenkung. Wenn ich es schaffe, dann kannst du es auch. Dieser Plan ist der, den ich mir damals gewünscht hätte.
Meine konkrete Rechnung: 850€ pro Monat
Hier ist die Mathematik, die funktioniert:
Die Eigenkapital-Rechnung
Was bedeutet das für den Hauskauf?
Mit 60.000€ Eigenkapital kannst du:
- Die Kaufnebenkosten (~12%) bei einem 400.000€-Haus vollständig decken
- Noch 12.000€ als Notgroschen behalten
- Bessere Zinskonditionen bekommen als bei 0% Eigenkapital
Mehr Details zur Budget-Berechnung findest du in meinem Artikel: Wie viel Haus kann ich mir leisten?
Der 5-Jahres-Plan: Jahr für Jahr
Fokus: System aufbauen, Gewohnheiten etablieren
- Dauerauftrag einrichten: 850€ direkt nach Gehaltseingang
- Tagesgeldkonto als "Parkplatz" (aktuell ~3-3,5% Zinsen)
- Ausgaben tracken: Wo geht dein Geld hin?
- Erste 3 Monatsgehälter als Notgroschen aufbauen
Fokus: Sparrate erhöhen, Einkommen steigern
- Gehaltsverhandlung: +5-10% anstreben
- Erhöhung → Sparrate erhöhen (nicht Lifestyle!)
- Nebeneinkommen prüfen: Freelancing, Überstunden
- Fixkosten checken: Versicherungen, Abos, Handy
Fokus: Geld arbeiten lassen
- ETF-Sparplan starten (z.B. MSCI World) für Teil des Geldes
- Festgeld für sicheren Teil (12-24 Monate Laufzeit)
- Zinseszins beginnt spürbar zu werden
- Bonus/Weihnachtsgeld → direkt aufs Sparkonto
Fokus: Markt beobachten, vorbereiten
- Erste Besichtigungen (ohne Kaufdruck!)
- Finanzierungsangebote einholen
- ETFs schrittweise in sichere Anlagen umschichten
- Unterlagen sammeln (Gehaltsnachweise, Kontoauszüge)
Fokus: Die richtige Immobilie finden
- Finanzierungszusage holen (vor der Suche!)
- Aktiv suchen mit klaren Kriterien
- Verhandeln aus einer Position der Stärke
- Notgroschen behalten (min. 10.000€ nach Kauf)
7 Strategien, die wirklich funktionieren
1. Die 50-30-20 Regel anpassen
Statt 50% Bedarf, 30% Wünsche, 20% Sparen → mach es 50-20-30. 30% für Eigenkapital. Ja, das bedeutet Verzicht. Aber für 5 Jahre ist das machbar.
2. Lifestyle-Inflation stoppen
Gehaltserhöhung bekommen? Nicht den Lebensstandard erhöhen! Jeder zusätzliche Euro geht aufs Eigenkapital-Konto. Das war mein größter Hebel.
3. Große Posten zuerst
Vergiss den täglichen Kaffee. Konzentrier dich auf die großen Kostenblöcke:
- Wohnen: WG statt eigene Wohnung? 300-500€/Monat gespart
- Auto: Gebraucht statt Neuwagen? 200-400€/Monat gespart
- Urlaub: Camping statt Hotel? 1.000-2.000€/Jahr gespart
4. Automatisieren
Dauerauftrag am 1. des Monats. Was du nicht siehst, vermisst du nicht. Ich habe mein Gehalt so aufgeteilt, dass das Eigenkapital-Geld nie auf meinem Girokonto landete.
5. Sonderzahlungen nutzen
Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Steuerrückzahlung, Bonus – alles geht aufs Eigenkapital-Konto. Das können leicht 3.000-5.000€ extra pro Jahr sein.
6. Einkommen steigern (nicht nur sparen)
Sparen hat Grenzen. Einkommen theoretisch nicht. Ich habe in meinen 5 Jahren zwei Jobwechsel gemacht und mein Gehalt um 40% gesteigert. Das war effektiver als jeder Spartipp.
7. Partner einbeziehen
Wenn ihr zu zweit spart, verdoppelt sich die Power. Aber: Beide müssen das gleiche Ziel haben. Ich habe Paare scheitern sehen, weil einer sparte und der andere ausgab.
Die 3 größten Fehler beim Eigenkapital-Aufbau
Krypto, Einzelaktien, gehebelte Produkte – ich habe Kunden gesehen, die 30% ihres Eigenkapitals in wenigen Wochen verloren haben. Eigenkapital für den Hauskauf ist kein Spielgeld. Tagesgeld, Festgeld, breit gestreute ETFs – mehr nicht.
Auto kaputt, Waschmaschine defekt, Job verloren – ohne Puffer greifst du aufs Eigenkapital zurück und fängst von vorne an. Erst 3 Monatsgehälter Notgroschen, dann Eigenkapital.
Jahr 2-3 ist hart. Der Anfangsenthusiasmus ist weg, das Ziel noch weit. Hier geben die meisten auf. Mein Tipp: Feiere kleine Meilensteine. 10.000€? Dinner. 25.000€? Wochenendtrip. 50.000€? Du hast es fast geschafft!
Eigenkapital aufbauen ohne Erbe ist möglich – aber es erfordert einen Plan und Durchhaltevermögen. Die gute Nachricht: Wenn ich es als Arbeiterkind mit Einstiegsgehalt geschafft habe, kannst du es auch. Der Unterschied ist nicht Talent oder Glück – sondern ein System und die Entscheidung, es durchzuziehen.
Willst du wissen, wie viel Haus du dir mit deinem Eigenkapital leisten kannst?
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Über Uta Möllmann
Arbeiterkind, Immobilienökonomin und Gründerin von RockImmos. Ich habe 10 Jahre gespart, um meine erste Immobilie zu kaufen – ohne Erbe, ohne Schenkung. Heute helfe ich Familien, ihren Traum vom Eigenheim schneller zu erreichen.
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